Innere Zeitenwende
„Zeitenwende“: Der Ausspruch des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz wurde 2022 zum Wort des Jahres und ist auch weiterhin in vieler Munde. Damals, vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs, meinte er eine geopolitische Zäsur, die indes viel weitreichendere Folgen hat, als viele angenommen haben. Inzwischen befinden wir uns in einer „inneren Zeitenwende“. Die Umstellung auf »Kriegswirtschaft« bindet gesellschaftliche Ressourcen, Infrastrukturausgaben werden dem Ziel untergeordnet, die Infrastruktur von Bahn bis Autobahnbrücken kriegstüchtig zu machen. Die Militarisierung des Alltags ergreift viele Bereiche. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht, die 2011 ausgesetzt wurde, ist nur eine Frage der Zeit. Ingar Solty beschreibt das ganze Ausmaß dieser Veränderungen. Wie fortschrittliche und kritische Positionen zu Sozialstaat, Demokratie, ziviler Kultur und Liberalität bedroht sind, darum wird es im Gespräch mit Irmtraud Gutschke gehen.
Ingar Solty: Innere Zeitenwende. Die Militarisierung des Alltags, von Wissenschaft und Kultur. Eine Flugschrift. VSA Verlag, 120 S., br., 12 €.