„Die Sache und die Sachen“ – über ein Dreivierteljahr war Irmtraud Gutschke 2007 mit Hermann Kant für dieses Buch im Gespräch und ist bis zu seinem Tode am 16. August 2016 mit ihm in ständigem Austausch gewesen. Dabei ging es um sein Schreiben, um die Erfahrungen seines Lebens und vor allem um sein Verhältnis zu diesem untergegangenen Staat DDR. Mit Romanen wie „Die Aula“, „Das Impressum“, „Der Aufenthalt“, „Okarina“, „Kennung“ nicht zuletzt mit seinen so wunderbar ironischen Erzählungen wie „Der dritte Nagel“, „Bronzezeit“, „Eine Übertretung“ ist er weltberühmt geworden. Und doch hängt ihm bis heute das Wort „umstritten“ an. Dass man einen guten Vorsatz ad absurdum führen kann, „weil die Einzelheiten nicht stimmen“ und was man überhaupt „mit seinem Verhalten bewirken“ kann, diese Fragen haben ihn umgetrieben. „Wer nun wirklich noch wissen will, was DDR gewesen ist, dem sei dieses Buch empfohlen“, so schrieb Friedrich Schorlemmer am 7. Oktober 2007 in seiner ND-Rezension.
Moderation: Wolfgang Hübner